John Hussain Flindt
Nothing but the truth
Mit der Ausstellung Nothing but the truth präsentiert der Kunstverein Friedrichshafen Arbeiten von John Hussain Flindt, die sich mit familiären Archiven sowie der Subjektivität von Erinnerung und dokumentarischen Bildern auseinandersetzen. Ausgehend von persönlichen Materialien und Erzählungen verbindet Flindt Familiengeschichten mit größeren historischen Zusammenhängen und fragt danach, wie Erinnerung konstruiert, konserviert und visuell vermittelbar wird.
Im Zentrum der Ausstellung steht eine Serie analoger Schwarzweißfotografien von Spielzeugen, häuslichen Objekten und Fragmenten aus dem familiären Umfeld des Künstlers. Ergänzt werden sie durch installative Arbeiten, in denen Verletzlichkeit und die Selektivität persönlicher Erinnerung nur angedeutet werden: Ein Modell von Flindts Elternhaus, eingebettet in ein maßstabsgetreues Modell des Kunstvereins, wird erst durch einen Linsenmechanismus sichtbar und verweist auf das fragile Verhältnis von Intimität und Offenlegung.
Eine Videoarbeit und eine weitere fotografische Serie führen die Ausstellung nach Miri in Malaysia. Ausgangspunkt ist ein unverfilmtes Drehbuch von Flindts Großvater, der zwischen 1948 und 1952 als Arzt im von Shell Oil betriebenen Miri General Hospital in Sarawak tätig war. Die Arbeit verbindet persönliche Familiengeschichte mit Fragen nach kolonialen Infrastrukturen, sozialen Hierarchien und kulturellen Begegnungen.

Photo: © 2026, John Hussain Flindt
John Hussain Flindt studierte an der Städelschule in Frankfurt (2018–2023) sowie am Chelsea College of Arts in London (2013–2016). Zu seinen jüngsten Einzelausstellungen zählen belly to belly in der Parfümerie, Frankfurt, und Shadows or Objects in der Jean Claude Maier Galerie, Frankfurt. Seine installativen Arbeiten wurden unter anderem bei der Kasseler Dokfest (2022) sowie im Rahmen des hochdotierten Lichter Art Award in Frankfurt (2023) präsentiert. International stellte er unter anderem im HAUS KCH in Kuching, im MACRO in Rom, bei Fragile in Berlin sowie im Goethe-Institut Dublin aus.
Die Ausstellung Nothing but the truth wird durch die Förderung von Ritter Sport und OEW ermöglicht.
Am 25.09. eröffnet die Ausstellung mit einem Grußwort von Ulrike Shepherd (Vorstand) und einer Einleitung von Marlene A. Schenk (Künstlerische Leitung) ab 19:00 Uhr.
Anschließend gibt es um 19.30 Uhr ein Künstlergespräch zwischen Leonie Chima Emeka und John Hussain Flindt mit Marlene A. Schenk.
